Flachland:
Einfach mal liegenbleiben

„Wenn ich flach liege, bin ich dann eine Fläche?“ frage ich mich, eine herzhafte Mehrkorn-Marmelade-Semmel kauend.

Ich liege augenscheinlich mal wieder. Oder immer noch – es ist verflixt! Gestern wäre ich voll im Zwei-Tages-Rhythmus gewesen. Aber denkste! Da ging nichts, trotz zweier Lecicarbon und einer Dulcolax! Normalerweise wäre das ein Grund für mich gewesen, in tiefstem Zweifel zu versinken, zur Unglücklichkeit verdammt! Werde ich das Bett je wieder verlassen? Lebensqualität, wo bist du nur hin? Du warst doch schon mal da!

Dann aber dachte ich mir „Mach das Beste draus!“ Einen chilligen Tag im Bett, Qualitytime für meine Seele. Ich hab mir Laptop und Mikro geschnappt und checke jetzt endlich ein paar Einstellungen mehr.

Davon hatte gestern auch jemand in einem Facebook-Forum für Tetraplegiker geschrieben, der sein Leben als sehr erfüll beschrieb: neben seiner Frau und seinen Kindern hatte er immer Wege gefunden sich, wenn es mal schwierig wurde, abzulenken.

„Das kann ich auch!“. Ich muss Lächeln und frage mich „Wenn ich fliege, bin ich dann eigentlich Geflügel?“. Die Semmel ist derweil gegessen – es rumort in der Ferne. Milchzucker sei Dank!